Energiewechsel

Wetzlar: Mehr Frauen in Arbeit bringen

Pressemeldung vom 26. Februar 2013, 10:26 Uhr

.7. März: Telefonaktionstag in allen hessischen Arbeitsagenturen
.39 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Lahn-Dill-Kreis arbeiten Teilzeit
.Viele Frauen setzen noch immer auf die Existenzsicherung durch den Partner

Um den Anteil erwerbstätiger Frauen zu erhöhen und Erziehende sowie Pflegende beim beruflichen Wiedereinstieg zu unterstützen, findet am Donnerstag, 7. März, 10 bis 15 Uhr, in allen hessischen Arbeitsagenturen ein Telefonaktionstag statt. Frauen, die wieder arbeiten wollen aber noch nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet sind, wählen an diesem Tag die Rufnummer 01801 555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) und nennen das Kennwort ,Frauenaktionstag‘. Die Anruferinnen werden dann direkt mit Iris Angrick, der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, verbunden.

Erwerbsbeteiligung von Frauen ist ausbaufähig
Für Agenturchefin Angelika Berbuir ist die berufliche Aktivierung von Frauen in der Familien- oder Pflegezeit ein wesentlicher Faktor zur Fachkräftesicherung. Im europäischen Vergleich liege Deutschland bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen im Mittelfeld. „Durch die Mobilisierung ausgebildeter Frauen aus der ,Stillen Reserve‘ könnten wir bundesweit knapp eine Million Fachkräfte gewinnen“, erläutert Berbuir. Zudem könnten wöchentlich weitere 220 Millionen Arbeitsstunden erschlossen werden, wenn teilzeitarbeitende Frauen durch familienfreundlichere Personalpolitik die Chance erhielten, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Dies entspreche dem Volumen von 1,2 Millionen zusätzlichen Vollzeitarbeitskräften. „Von den erwerbstätigen Frauen arbeiten in Deutschland bislang nur 55 Prozent in Vollzeit. Damit liegen wir europaweit an vorletzter Stelle. Es ist an der Zeit, dieses Potenzial zu heben.“ sagt die Arbeitsmarktexpertin. Für die Unternehmen sei die Fachkräftegewinnung durch das Aufstocken der Arbeitszeit doppelt profitabel. Zum einen entstünden keine Personalrekrutierungskosten und andererseits müssten die bislang schon teilzeitarbeitenden Mitarbeiterinnen nicht zusätzlich qualifiziert werden.

Berufliche Situation von Frauen im Lahn-Dill-Kreis
Im Lahn-Dill-Kreis waren nach Berbuirs Angaben im letzten Jahr durchschnittlich 3.741 Frauen arbeitslos gemeldet. Der Frauenanteil an allen Arbeitslosen betrug damit 48,3 Prozent. Insgesamt gab es zum 30. Juni 2012 im Kreis 85.803 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter 35.994 Frauen, die allerdings zu 39 Prozent in Teilzeit arbeiteten. Ferner waren zu diesem Zeitpunkt an Lahn und Dill noch 17.205 Frauen in einem Minijob beschäftigt. 12.426 von ihnen hatten neben dieser geringfügigen Tätigkeit keine weitere Beschäftigung. Aus Sicht der Agenturchefin eine riskante Entwicklung, denn die meisten dieser Frauen setzen bei der Existenzsicherung und der Sicherung des Familieneinkommens nach wie vor auf die Erwerbstätigkeit des Partners, ohne ausreichend eigene Altersvorsorge zu betreiben.

Unterstützung durch die Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar fordert rückkehrwillige Frauen auf, die speziellen Informations- und Beratungsangebote wahrzunehmen. Der erste Schritt sollte die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung der Beauftragten für Chancengleichheit sein. In ihrem Auftrag referiert eine Expertin am Donnerstag, 21. März, 9 Uhr, im Wetzlarer Berufsinformationszentrum (BiZ) über das Thema „Besser lernen und behalten“. Hier lernen Berufsrückkehrende, wie sie leichter Kompetenzen aufbauen können.

Quelle: Agentur für Arbeit Wetzlar

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