Energiewechsel

Wetzlar: Neuer Schwindel-Brief – Euro-Gewinnbenachrichtigungszentrale verspricht 10.000?

Pressemeldung vom 29. September 2009, 09:15 Uhr

Wetzlar. Schon wieder kursiert im Kreisgebiet eine Gewinnmitteilung, die nach
Überzeugung des Fachdienstes Ordnungs- und Gewerberecht des
Landratsamtes in einer Kaffeefahrt endet. Die ersten Einladungen
erreichten die Kreisverwaltung, die als einzige Behörde in Deutschland
im Internet eine entsprechende Warnliste betreibt, aus Bayern und aus
Nordrhein-Westfalen. Zuletzt aber meldeten sich viele Bürger aus dem
Lahn-Dill-Kreis. Auch aus dem Wetteraukreis und dem Landkreis Gießen
sind entsprechende Einladungen bekannt.

Unter den Überschriften „Euro-Gewinnbenachrichtigungszentrale“ und
Wintergewinnspiel 2008/2009″ wird allen Empfängern vorgegaukelt,
sie hätten den 1. Preis in einem Gewinnspiel gewonnen: 10.000 ?. Bei
näherem Hinsehen fällt aber auf: In dem Feld, in dem der
10.000-?-Gewinn genannt wird, sind zwei – allerdings sehr
entscheidende – Worte zu lesen, nämlich: „nominiert ist“ und
„Rubbellosgewinner“. „Nominiert ist“ ist eine von der
Kaffeefahrten-Branche gerne verwendete Floskel, die bedeutet, dass man
überhaupt nichts gewonnen hat. Und „Rubbellosgewinner“, kaum zu
lesen, weil sehr klein geschrieben, bedeutet, dass man (vielleicht) ein
Rubbellos gewonnen hat aber eben nicht den genannten Bargeldbetrag.
Beim Fachdienst Ordnungs- und Gewerberecht weiß man, dass pro Bus, der
eingesetzt wird, zwischen 1.500 und 5.000 Einladungen verschickt werden.
Die versprochene Gewinnsumme würde sich so auf 15 bis 50 Mio. Euro
multiplizieren – pro Bus. Stellt man dann noch in Rechnung, dass das
Papier bundesweit kursiert, belaufen sich die Versprechungen auf zig
Millionen oder sogar Milliarden Euro. Alleine daran könne man schon
erkennen, wie unseriös das Ganze sei.
Nicht nur, dass die Gewinnversprechen ein Schwindel sind, sie dienen,
selbst wenn sie wasserdicht formuliert werden, nur dazu, die
Eingeladenen, zu einer Verkaufsfahrt zu locken, auf der dann

überteuerte Ware (oft gesundheitsbezogene Produkte wie
beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel oder Magnetfeldunterbetten)
n mit falschen Versprechungen,
n Lügen hinsichtlich der Preiswürdigkeit angeboten und
n zum Teil auch durch Ausüben von Druck,
verkauft wird.

Die Fahrt soll angeblich nach Rüdesheim führen. Auch da ist man im
Landratsamt misstrauisch. Im Juli hatten sich in kurzer Zeit drei
Verbraucher gemeldet, die gleichermaßen davon berichteten, jeweils nicht
in den Orten gewesen zu sein, die in der jeweiligen Einladung genannt
waren. Im krassesten Fall lagen tatsächliches und vermeintliches Ziel
344 km auseinander.

Kontakt: Frank Schuster – Tel. 06441 407-2430, Fax 06441 407-2900 –
E-Mail: kaffeefahrten@lahn-dill-kreis.de – Internet:
www.lahn-dill-kreis.de, anschließend Wirtschaft und *unseriöse
Kaffeefahrten“ anklicken.

Quelle: Stadt Wetzlar – Pressestelle

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