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Wetzlar: Wie steht es um die Schleckerfrauen?

Pressemeldung vom 2. Oktober 2012, 15:47 Uhr

.Sechzig Prozent der im März entlassenen Schlecker-Mitarbeiterinnen sind nicht mehr arbeitslos
.Michaela Heun aus Villmar findet neuen Arbeitsplatz zu besseren Bedingungen

Vor einem halben Jahr wurden im Kreis Limburg-Weilburg die ersten 25 Schleckermitarbeiterinnen arbeitslos. Inzwischen sind alle Filialen geschlossen. Darüber, wie sich die Situation der Frauen jetzt sechs Monate nach dem Jobverlust darstellt, hat die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar berichtet.

„Wir waren alle sehr verunsichert und haben bis zum Schluss gehofft, dass es bei Schlecker weitergehen wird“, erinnert sich Michaela Heun. Die Villmarerin war von der ersten Kündigungswelle der Drogeriekette im März betroffen. Als klar gewesen sei, dass es auch für die Filiale in Villmar keine Rettung geben würde, hat die Mutter einer siebenjährigen Tochter kurzerhand Einzelhandelsbetriebe am Ort angesprochen und nach Arbeit gefragt. Schnell wurde sie fündig. „Im Nachhinein ist es wie ein Sechser im Lotto“, freut sich die 41jährige. Im neuen Unternehmen lasse sich die Arbeitszeit besser mit der Kinderbetreuung vereinbaren und das Unternehmen halte sich an die zuvor ausgehändigten Dienstpläne.

Von den 25 Mitarbeitern der ersten Entlassungswelle konnten inzwischen 13 Betroffene eine Beschäftigung aufnehmen, zwei weitere hätten sich für eine Umschulung entschieden, berichtet Agentursprecher Ralf Fischer. Insgesamt hätten 14 Gekündigte der ersten Welle Weiterbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten der Arbeitsagentur genutzt. Die Arbeitsvermittler hätten insgesamt 214 Vermittlungsvorschläge unterbreitet, von denen einige noch nicht entschieden seien. In einer zweiten Entlassungswelle ab 1. Juni seien 26 weitere Schleckerfrauen arbeitslos geworden. Von ihnen seien inzwischen sechs wieder in Beschäftigung, eine habe sich selbständig gemacht und eine weitere befände sich in einer Umschulung zur Altenpflegehelferin. Fünf Frauen nahmen Qualifizierungsangebote der Arbeitsagentur wahr. 171 Vermittlungsvorschläge wurden seitens der Vermittler ausgehändigt.

Während aus der ersten Welle bereits sechzig Prozent der Frauen nicht mehr erwerbslos sind, beträgt die Quote in der zweiten Tranche bislang 31 Prozent. Für die unterschiedlichen Werte sind nach Fischers Angaben vor allem zwei Faktoren maßgeblich: „In einigen Fällen müssen wir eine gewisse Zeit der „Sucharbeitslosigkeit“ zugestehen, das sind drei bis vier Monate, die manche Bewerber benötigen, um sich neu zu orientieren, das eigene Bewerberprofil zu analysieren und sich aktuelle Bewerbungsstrategien anzueignen. Insbesondere bei Beschäftigten, die lange bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren, muss dann einiges aufgearbeitet werden. Arbeitsagentur und Jobcenter unterstützen dabei umfassend mit stärkenorientiertem Profiling, Vermittlungsvorschlägen und -im Bedarfsfall- Weiterbildungsangeboten.“ Zudem seien die zuletzt Entlassenen erst kurz vor den Sommerferien arbeitslos geworden. „Vor und während der Sommerferien stellen Unternehmen nur sehr selten ein. „Wir konnten aber auch diese Zeit nutzen, um mit den betroffenen Frauen weitere Weichenstellungen in Bezug auf Qualifizierung und Strategie vorzunehmen“, so Fischer abschließend.

Quelle: Agentur für Arbeit Wetzlar

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