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Wetzlar/Dillenburg: Eine Datenbank für die Bildung – im Lahn-Dill-Kreis nimmt das neue Bildungsmanagement seine Arbeit auf

Pressemeldung vom 24. August 2016, 13:38 Uhr

Nicht weniger als die Weiterentwicklung der Bildungsregion haben sich Nadine Lublow und Sarah Schreiber zu ihrer Aufgabe gemacht. Das Duo bildet seit Juli die zentrale Organisationseinheit der so genannten „Bildungslandschaft Lahn-Dill“, die der Schulabteilung des Lahn-Dill-Kreises zugeordnet ist. Das Ziel: Die Optimierung der regionalen Bildungszusammenarbeit insbesondere an den Übergangs- und Schnittstellen zwischen Schule, Ausbildung und Beruf sowie der Aufbau eines trägerunabhängigen Bildungsbüros. Erreicht wird dies durch „datenbasiertes Bildungsmanagement“. „Bildung ist ein TOP-Faktor für die wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung einer Region. Da wollen wir nichts dem Zufall überlassen, sondern aktiv mitgestalten“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber. Vor knapp zwei Jahren wurde deshalb gemeinsam mit Akteuren kommunaler und nichtkommunaler Institutionen die „Bildungslandschaft Lahn-Dill“ ins Leben gerufen. Sie soll zu einer Vernetzung der Bildungsträger und ihrer Angebote führen. Gefördert wird das Projekt durch das Programm „Bildung integriert“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Zuwendung von ca. 200.000 Euro stammt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) – Laufzeit zunächst für drei Jahre.

Schwerpunkt Bildungsmonitoring

Diese Zeit wollen Nadine Lublow und Sarah Schreiber intensiv nutzen, um die Strukturen für ein effektives Bildungsmanagement im Lahn-Dill-Kreis zu schaffen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem so genannten Bildungsmonitoring, denn eine verlässliche Datenbank ist Basis für die künftige Beratungsarbeit. Es wird also zunächst darum gehen, die Angebote aller relevanten Bildungsträger zusammenzutragen, abzubilden und zugänglich zu machen. „Eine Mammutaufgabe“, wie die Leiterin der Schulabteilung, Simone Vetter, weiß. Denn: „Vernetzte Strukturen im Bildungsbereich gibt es bislang im Lahn-Dill-Kreis nur in Ansätzen.“ Beteiligt werden sollen nicht nur Schulen und Weiterbildungseinrichtungen, sondern auch Akteure aus dem Sektor Kinder- und Jugendarbeit, aus der Wirtschaft, den Sozialverbänden oder Vereinen.

Um die Datenbank stets aktuell zu halten, ist eine Mitarbeit der einzelnen Bildungsträger notwendig. „Wir werden also zunächst auf die Träger zugehen, bevor wir die Bürgerinnen und Bürger beraten können“, so die Diplom-Pädagogin Nadine Lublow zur Vorgehensweise. Im nächsten Schritt wäre das Konzept eines zentralen Bildungsbüros zu prüfen, in dem das gesammelte Know-how für die Bürgerinnen und Bürger abrufbar sein wird. Ein „Bildungshaus“ könne dies sein, so Simone Vetter. Hier erhalten alle Menschen der Region – ganz gleich, mit welcher Bildungsbiographie sie kommen und in welchem Lebensabschnitt sie sich befinden – das passgenaue (Weiter-)Bildungsangebot.

Auf Grundlage der durch das Monitoring gewonnenen Kennzahlen könne aber auch die Politik erkennen, in welchen Bereichen es Handlungsbedarf gibt. „Durch die Vernetzung werden Versorgungslücken ebenso sichtbar wie vermeidbare Doppelstrukturen“, erklärt Heinz Schreiber. Insofern werde die Datenbank auch ein Instrument der Qualitätssicherung sein.

Die Ausgangslage für die Bildungsmanagerin Nadine Lublow und ihre Kollegin ist günstig, denn insgesamt drei Kompetenzteams haben seit der Gründung der Bildungslandschaft Vorarbeit geleistet und einen Zielkatalog erstellt, den es abzuarbeiten gilt. Darin finden sich z. B. der Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen oder die Stärkung der Fortbildungs- und Weiterbildungsbeteiligung im Kreis wieder. Wichtige strategische Ziele sind etwa die Verringerung der Anzahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss und die Verbesserung sozialer wie auch medialer/digitaler Kompetenzen.

Quelle: Wetzlar/Dillenburg

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